Zusatzqualifikation Intergenerative Kompetenz

Zusatzqualifikation

Die vaLeo-Zusatzqualifikation Intergenerative Kompetenz ist ein fünfteiliges Weiterbildungsangebot, das an Wochenenden angeboten wird und 120 Einheiten Unterricht und Selbststudium umfasst. Sie richtet sich an Personen, die in einem pädagogischen, therapeutischen, sozialen oder pflegenden Beruf tätig sind und die der Begegnung von Kindern und alten Menschen sowie intergenerativen Aktivitäten einen größeren Stellenwert in ihrer Arbeit einräumen möchten.
 

Intergenerative Kompetenz

Das Zusammenleben von Menschen unterschiedlichen Alters war lange Zeit die Normalität. Erst in den letzten Jahrzehnten kam es durch eine Verinselung und Institutionalisierung des Lebens zu einer Entfremdung der Generationen. Zufällige, regelmäßige oder selbstbestimmte Begegnungen von Jung und Alt finden in diesen getrennten Welten oft nur unter erschwerten Bedingungen statt.
 
Intergenerative Arbeit nach dem Konzept der psychomotorischen Entwicklungsbegleitung möchte diesem Trend sowohl eine Haltung als auch praktische Angebote entgegensetzen und damit den Dialog zwischen Jung und Alt und den Zusammenhalt von Generationenbeziehungen in unserer Gesellschaft fördern.
 
Menschen mit intergenerativer Kompetenz sind einerseits in der Lage, auf jünger oder ältere Personen im eigenen Umfeld zuzugehen und aus sich heraus mit diesen Menschen unterschiedlichen Alters gelingende Beziehungen zu gestalten. Andererseits können sie Begegnungen von Menschen aus unterschiedlichen Generationen begleiten und unterstützen, damit diese zu positiven Erfahrungen eines lebendigen Miteinanders werden.
 

Inhalte

Einander begegnen - Grundlagen der intergenerativen Arbeit
Kursteil 1
 
Intergenerative Arbeit auf Basis der Psychomotorik befasst sich mit der Begleitung und Unterstützung von Bildungsprozessen von Jung und Alt. Dabei bieten ein Kindergarten und eine Senioreneinrichtung gemeinsame Aktivitäten an und tragen somit zum besseren gegenseitigen Verständnis von Menschen aus unterschiedlichen Generationen bei.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den Bereichen Kindergarten und Seniorenbetreuung lernen einander im ersten Kursteil kennen und geben einander Einblicke in ihre Arbeitsfelder mit jungen Kindern und alten Menschen.
Im praktischen Teil dieses Wochenendes richten wir unseren Blick auf gemeinsames kreatives Gestalten und auf das Lesen, Vorlesen und Erzählen von Geschichten.
 
 
Miteinander Beziehung gestalten - Aktivitäten und Begegnungen auf Augenhöhe
Kursteil 2
 
Intergenerative Arbeit auf Augenhöhe bedeutet, dass bei gemeinsamen Aktivitäten sowohl die beiden Dialoggruppen – das Kind und der alte Mensch – als auch die beteiligten Einrichtungen, gleichermaßen wichtig sind.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer befassen sich in diesem Kursteil mit der Bedeutung eines respektvollen Umgangs, einer wertschätzenden Atmosphäre und einer gelingenden Beziehungsgestaltung für ein echtes Miteinander in der Begegnung von Jung und Alt
Im praktischen Teil dieses Wochenendes stehen die Themen „ gemeinsam spielen“, „Gruppenaktivitäten gestalten“, „miteinander Feste im Jahreskreis feiern“ oder „Projekte planen“ im Mittelpunkt.
 
 
Übereinander staunen - Bewegung und Theater für Jung und Alt
Kursteil 3
 
In intergenerativen Bewegungsgruppen sollen Gefühle der Lebensfreude und des Wohlbefindens für alle Beteiligten ermöglicht werden.
Das Konzept der Psychomotorik bietet dazu Bewegungs- und Spielangebote für Menschen jeden Alters. Das Anwendungsfeld „Motopädagogik“ kommt im Speziellen in der Arbeit mit Kindern und das Anwendungsfeld „Motogeragogik“ in der Arbeit mit alten Menschen zum Einsatz.
In Theorie und Praxis erfahren und erleben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, wie sich diese beiden Felder miteinander verbinden lassen und wie intergenerative Bewegungsstunden geplant und durchgeführt werden.
Als eine weitere Form der Bewegungsarbeit beschäftigt sich die Gruppe mit intergenerativen Theaterprojekten, denn „Alter spielt k_eine Rolle!“.

 
Füreinander Verständnis entwickeln - Leiten und Begleiten von Vielfalt
Kursteil 4
 
In intergenerativen Gruppen kommen viele unterschiedliche Menschen zusammen: Kinder, Seniorinnen und Senioren und Fachpersonal aus dem Kindergarten und aus Einrichtungen für alte Menschen.
Diese Vielfalt stellt alle immer wieder vor neue Herausforderungen, kann aber bei kompetenter Leitung und Begleitung auch als Gewinn für alle erlebt werden.
Wie Singen und Tanzen als Bindeglieder zwischen Jung und Alt eingesetzt werden können und wie gemeinsames Musizieren Generationen in Einklang bringen kann sollen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im praktischen Teil dieses Wochenendes erleben.
 
 
Voneinander lernen - Projektpräsentation und Reflexion
Kursteil 5
 
Im fünften und letzten Kursteil präsentiert jede Teilnehmer*in ein intergeneratives Projekt.
Dieses kann entweder bereits durchgeführt worden sein oder so geplant sein, dass es jederzeit umgesetzt werden kann.
Die Reflexionen dieser Präsentationen bilden die Grundlage für weiterführende Überlegungen und Projekte. Damit bietet sich die Möglichkeit einer nachhaltigen Implementierung der intergenerativen Arbeit in den Alltag von Kindergärten und Senioreneinrichtungen.

Miteinander austauschen - Supervision

In der Kursreihe IGK 1 in Graz werden zwischen den Kursteilen verpflichtende Gruppensupervisionen angeboten, die ein Teil der Weiterbildung sind.
Die Teilnahme an den Supervisionen ist in den Kurskosten enthalten.
 

Abschluss

Nach der Teilnahme an den fünf Kursteilen sowie den Gruppensupervisionen (nur bei Kursreihe IGK 1 in Graz) und nach der Bereitschaft, im letzten Kursteil eigene Erfahrungen über den Prozess der Planung und/oder Durchführung eines intergenerativen Projekts zu präsentieren und zu reflektieren, erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein Bildungszertifikat der vaLeo-Psychomotorischen Entwicklungsbegleitung GmbH.
 

Kursorganisation

Bei Anfragen stehen wir Ihnen gerne unter 0699 /10 30 10 33 zur Verfügung.  

Kursleitung

Die Kursteile werden jeweils von zwei qualifizierten Referentinnen im Teamteaching durchgeführt.
 

Kursort und Kurszeiten

Der Kursort und die Kurszeiten variieren und werden jeweils in der Einladung zum entsprechenden Kursteil bekannt gegeben.
 

Kurskosten

Die Kurskosten betragen 185 Euro inkl. Ust. pro Kursteil, das sind 925 Euro für die gesamte Zusatzqualifikation. Reise- und Aufenthaltskosten sind in den Kurskosten nicht enthalten.
Die erste Kursreihe (IGK 1 in Graz) kann aufgrund einer Förderung vom Land Steiermark zum Sonderpreis von 145 Euro pro Kursteil angeboten werden - das sind gesamt 725 Euro inkl. USt.