Anerkennen von Vielfalt

Zusatzqualifikation „Anerkennen von Vielfalt“
Beziehungsgestaltung in Entwicklungsprozessen

 
Die vaLeo-Zusatzqualifikation „Anerkennen von Vielfalt“ ist ein vierteiliges Weiterbildungsangebot, das an Wochenenden angeboten wird. Sie umfasst 80 Einheiten Unterricht und Selbststudium und richtet sich an Personen, die sich intensiv mit Prozessen der Beziehungsgestaltung in der psychomotorischen Entwicklungsbegleitung befassen wollen.
 

Anerkennen von Vielfalt

 
Seit jeher beschäftigt uns in pädagogischen Beziehungen auch der Umgang mit irritierenden Phänomenen. Pädagoginnen und Pädagogen erleben in ihrer Arbeit sowohl Situationen, die bekannt und vertraut als auch unbekannt und fremd sein können. Gerade der Blick auf das Fremde und Unbekannte kann neugierig machen und Interesse wecken oder verunsichern und zögern lassen.
Begegnungen mit anderen Menschen fordern heraus, unabhängig davon ob diese uns bereits bekannt sind oder auf Grund einer anderen sozialen Schicht, politischen Gesinnung, kulturellen Herkunft, Sprache, Religion, Behinderung, ... noch fremd sind.
Auf die Frage, wie man diesen Herausforderungen begegnen kann, gibt es in der pädagogischen Arbeit interessante Ansätze mit dem Fremden im Eigenen und dem Fremden im Anderen umzugehen.
Auf Basis der psychomotorischen Entwicklungsbegleitung setzen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dieser Zusatzqualifikation damit auseinander, wie es in der Gestaltung von Beziehungen besser gelingen kann, Individualität zu verstehen und Vielfalt anzuerkennen.

Ziel

Ziel der Zusatzqualifikation Anerkennen von Vielfalt ist es, eigene persönliche Wege zu entdecken, die zu gelingenden Beziehungen als Grundlage einer anerkennenden und verstehenden Entwicklungsbegleitung führen.
„Intra- bzw. interkulturelle pädagogische Arbeit heißt, Beziehungsräume zu öffnen, damit Beziehungsgestaltung miteinander ermöglicht wird“ (Schrammel, 2014).

Inhalte

„Ich und das Andere“ (Kursteil 1)
„Ich und das Fremde“ (Kursteil 2)
„Ich und neue Lösungen“ (Kursteil 3)
„Ich im Prozess des Anerkennens und Verstehens“ (Kursteil 4)
 
 

Abschluss

Nach der Teilnahme an den vier Kursteilen und der Bereitschaft, im vierten Kursteil die eigenen Erfahrungen über einem Prozess der Beziehungsgestaltung zu präsentieren und zu reflektieren, erhalten die Teilnehmer_innen ein Bildungszertifikat der vaLeo-Psychomotorischen Entwicklungsbegleitung GmbH.
 

Kursorganisation

Bei Anfragen stehen wir Ihnen gerne unter 0699 /10 30 10 33 zu Verfügung.
 

Kursleitung

Die Kurse werden jeweils von Christa Schrammel und Michaela Steiner-Schätz durchgeführt.
 

Kursort und Kurszeiten

Der Kursort ist Korneuburg bei Wien und die Kurszeiten sind Freitag 16.30-20.00 Uhr, Samstag 9.00-17.30 Uhr und Sonntag von 9.00-12.30 Uhr.
 

Gebühren

Die Kosten pro Kursteil betragen € 185,00 inkl. 20% MwSt. und sind mit der endgültigen Anmeldung zu begleichen.
Reise- und Aufenthaltskosten sind in den Kurskosten nicht enthalten.
 

Nähere Beschreibung der Kursinhalte der Zusatzqualifikation Anerkennen von Vielfalt

 
Die Weiterbildung umfasst 4 Kursteile, deren Inhalte hier näher beschrieben werden:
 
„Ich und das Andere“ (Kursteil 1)
„Ich und das Fremde“ (Kursteil 2)
„Ich und neue Lösungen“ (Kursteil 3)
„Ich im Prozess des Anerkennens und Verstehens“ (Kursteil 4)
 

 „Ich und das Andere“ (Kursteil 1)

Im ersten Kursteil werden grundlegende Aspekte in der Beziehungsgestaltung vorgestellt, praktisch erfahrbar und theoretisch aufbereitet.
Wir beschäftigen uns mit den Themen Anerkennen, Verstehen und Nicht-Verstehen.
Unsere Begegnungen mit Menschen beleuchten wir im Kontext einer inklusiven Pädagogik und einer psychomotorischen Haltung.
Dabei betrachten wir, wie wir u. a. durch die Kultur, die eigene Familie und den persönlichen Bildungsweg geprägt sind und welche Auswirkung diese Prägung auf unser pädagogisches Handeln hat.
Gemeinsam gehen wir der Frage nach, wie unser Wissen und unsere Erfahrungen uns dabei unterstützen können, unseren Horizont zu erweitern, um die vielfältigen menschlichen Daseinsformen anzuerkennen.
 

„Ich und das Fremde“ (Kursteil 2)

Im zweiten Kursteil stehen interkulturelle Aspekte in Theorie und Praxis im Zentrum der Auseinandersetzung.
Fremdheit wird unter anderem dort erlebt, wo unterschiedliche Kulturen aufeinander treffen. Wir beleuchten daher intra- und interkulturelle Phänomene, woher unsere unterschiedlichen Wahrnehmungen kommen könnten und wie wir mit Vielfalt umgehen.
Wir hören eigene und fremde Migrationsgeschichten und gehen der Frage nach, wie Vorurteile und verdeckte Diskriminierung im Alltagsgeschehen einen offenen Umgang miteinander beeinflussen können.
Wir wollen uns der gesellschaftlichen Bedeutung von Vielfalt nähern und unseren Blick auf die Chancen und Möglichkeiten einer heterogenen Mitwelt richten.

„Ich und neue Lösungen“ (Kursteil 3)

Im dritten Kursteil machen wir uns auf die Suche nach neuen Lösungen im Umgang mit dem Anderen und dem Fremden.
Auf den Erfahrungen der ersten beiden Wochenenden aufbauend, wollen wir konkrete Situationen aus der eigenen Praxis, die für uns eine Herausforderung dargestellt haben, reflektieren. Dadurch versuchen wir unser Verstehen zu weiten und neuen Lösungen im alltäglichen und pädagogischen Handeln Raum zu geben.
Durch praktische und theoretische Zugänge zum Thema Autonomie und Verbundenheit können wir Einblicke in unsere familiären und kulturellen Hintergründe gewinnen und mehr über menschliche Grundbedürfnisse und Werte erfahren. Diese Auseinandersetzung soll dem Aufbau neuer Handlungsweisen in der Entwicklungsbegleitung und Beziehungsgestaltung dienen.
 

„Ich im Prozess des Anerkennens und Verstehens“ (Kursteil 4)

Im vierten und letzten Kursteil sind die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eingeladen und aufgefordert einen Beziehungsprozess mit einem Kind oder einem Erwachsenen zu präsentieren und zu reflektieren.
Die in der Auseinandersetzung mit der gewählten Person gewonnenen Erfahrungen und Erkenntnisse werden den Kolleginnen und Kollegen vorgestellt. Die Präsentation und die Resonanzen aus der Gruppe dienen als Grundlage, um mögliche Weiterentwicklungen, Perspektiven und Potentiale zu diskutieren. Durch Rückschau entfaltet sich Vorausschau.